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Welche finanzielle Ordnungsauseinandersetzung verbirgt sich hinter der Kontroverse um Stablecoins?

Welche finanzielle Ordnungsauseinandersetzung verbirgt sich hinter der Kontroverse um Stablecoins?

BitpushBitpush2025/11/24 23:10
Original anzeigen
Von:Foresight News

Autor: Byron Gilliam

Übersetzung: AididiaoJP, Foresight News

Originaltitel: Warum kritisieren traditionelle Medien die Innovation von Stablecoins?

„Die Innovation, die Zentralbankern einst schlaflose Nächte bereitete, könnte sich letztlich als das solide Fundament unter ihren Füßen erweisen.“ — David Beckworth

Gefahrentheorie: Bedrohung der Finanzstabilität

David Frum, Autor beim Atlantic Monthly, warnt, dass Stablecoins „die bisher gefährlichste Form von Kryptowährungen“ seien. Er ist der Meinung, dass das GENIUS-Gesetz ihre Legalisierung bedeute und somit „die Lunte für die nächste Finanzkatastrophe in den USA zünde“.

Frum erwartet, dass das Volumen der Stablecoins auf 4 Billionen US-Dollar ansteigen wird (laut Prognose von Citi Bank) und dass nahezu das gesamte Kapital in dreimonatige US-Staatsanleihen fließen wird, die laut Gesetz die risikoreichste zulässige Anlageklasse darstellen.

Er prophezeit, dass der Markt für Staatsanleihen einen erneuten Einbruch wie 2022-2023 erleben wird. Wenn Inhaber massenhaft zurückzahlen wollen, werden Stablecoin-Emittenten gezwungen sein, US-Staatsanleihen im Wert von 4 Billionen US-Dollar mit enormen Verlusten zu verkaufen, was eine Panik und einen Bank-Run auslösen könnte.

Noch schwerwiegender ist, dass Frum darauf hinweist, dass Stablecoins „alle Risikomerkmale von Subprime-Wertpapieren“ aufweisen und die Regierung letztlich wie 2008 gezwungen sein könnte, mit Steuergeldern für private Verluste einzustehen.

Zweifelnde Stimmen

Es ist jedoch zu beachten, dass der Rückgang der Staatsanleihen 2022-2023 18 Monate andauerte. Warum sollte dies bei Vermögenswerten, die alle drei Monate fällig werden, Panik bei Emittenten ohne Hebelwirkung auslösen? Diese Logik ist fragwürdig.

Wir diskutieren Frums Standpunkt, weil seine dramatische Warnung die allgemeinen Bedenken der Öffentlichkeit widerspiegelt: Stablecoins sind zum Scheitern verurteilt und daher gefährlich.

Erfolgstheorie: Umwälzung des bestehenden Systems

Helen Ray vom Internationalen Währungsfonds warnt hingegen, dass Stablecoins aufgrund ihres Erfolgs „die Staatseinnahmen bedrohen und die Grundlagen des internationalen Finanzsystems erschüttern“ könnten.

Sie glaubt, dass nach einer massiven Verschiebung der globalen Ersparnisse hin zu Stablecoins die Banken ihre Fähigkeit zur Kreditvergabe verlieren, Regierungen Schwierigkeiten bei der Finanzierung bekommen und die geldpolitischen Instrumente der Zentralbanken wirkungslos werden.

Die Kettenreaktionen umfassen:

  • Risiken für die Finanzstabilität

  • Auszehrung des Bankensystems

  • Währungswettbewerb und Volatilität

  • Zunehmende Geldwäscheprobleme

  • Erosion der Steuerbasis

  • Privatisierung der Seigniorage

  • Lobbyismus von Interessengruppen

Helen Ray ist besonders besorgt, dass die Privatisierung der Seigniorage zu einer „starken Konzentration von Wohlstand bei wenigen Unternehmen und Einzelpersonen“ führen und den öffentlichen Charakter des internationalen Währungssystems zerstören könnte.

„Wir müssen auf schwerwiegende Folgen vorbereitet sein“, fasst sie zusammen.

Neutrale Perspektive: Der Wert finanzieller Innovation

Steven Milan von der Federal Reserve schätzt wie Ray das bestehende US-Dollar-System: „Die von den USA bereitgestellte Reservewährung und -vermögen sind ein globales öffentliches Gut.“ Doch er kommt zu einem gegenteiligen Schluss:

„Stablecoins ermöglichen es unterversorgten Gruppen, diese globalen öffentlichen Güter leichter zu nutzen und sich von strengen finanziellen Beschränkungen zu befreien.“

In der Krypto-Community wird die Geldschöpfung der Federal Reserve oft als öffentliches Übel angesehen, doch Milans Argumentation trifft sowohl inhaltlich als auch strategisch ins Schwarze: Die Definition von Fiatgeld als öffentliches Gut ist der beste Rahmen, um gegen Anti-Krypto-Argumente vorzugehen.

Im Gegensatz zu den zuvor genannten Ansichten glaubt Milan, dass ein massiver Kapitalabfluss aus dem Bankensystem unwahrscheinlich ist, da das GENIUS-Gesetz ausdrücklich festlegt, dass Stablecoins keine Zinsen zahlen und nicht durch Einlagensicherung geschützt sind.

„Die eigentliche Chance von Stablecoins liegt darin, die weltweite Nachfrage nach US-Dollar-Vermögenswerten zu befriedigen, insbesondere in Regionen mit eingeschränktem Zugang zu Dollar-Kanälen.“

Während Ray diese Nachfrage als Bedrohung der nationalen Souveränität sieht, glaubt Milan, dass sie es Menschen in Schwellenländern ermöglicht, „Hyperinflation und Wechselkursschwankungen zu entgehen“.

Dieses Argument ist überzeugend, vorausgesetzt, man akzeptiert, dass Fiatgeld einen öffentlichen Charakter hat.

Stabilitätsfunktion: Regulator des Finanzzyklus

David Beckworth weist darauf hin, dass Panikmacher einen entscheidenden Punkt übersehen: „Die Verbreitung von US-Dollar-Stablecoins trägt tatsächlich zur Glättung globaler Finanzschwankungen bei.“

Er zitiert Helen Rays Forschung über die destabilisierende Wirkung von US-Dollar-Schulden in Schwellenländern und schlägt vor, dass Stablecoins dieses Problem durch die Verbesserung der Bilanzen des Privatsektors lösen könnten:

Wenn der US-Dollar aufwertet und die Dollar-Schulden steigen, bietet die gleichzeitige Aufwertung von Stablecoins den Schwellenländern einen Puffer. Mit anderen Worten: „Stablecoins könnten zu einem dezentralen globalen Stabilisator werden.“

In Verbindung mit der Erwartung, dass die Federal Reserve zum letzten Retter der Stablecoins werden könnte – genau das Szenario, das Frum befürchtet – könnte die Expansion der Stablecoins „tatsächlich ein Instrument zur Ausbalancierung des globalen Finanzzyklus werden“.

Beckworth fasst zusammen: „Die Innovation, die Zentralbanker einst erzittern ließ, könnte sich letztlich als ihr stabilstes Fundament erweisen.“

Kriminalitätstheorie: Geldwäsche im Schatten

Der Fall von Firas Issa, Gründer eines Krypto-ATM-Unternehmens in Illinois, der wegen schwerer Geldwäsche angeklagt wurde, erinnert uns daran: Trotz der Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Blockchain betrachten Kriminelle sie weiterhin als erste Anlaufstelle für Geldwäsche.

Der Fall, in dem der Verdächtige durch den Umtausch von Bargeld in Kryptowährungen 10 Millionen US-Dollar verdiente, zeigt: Krypto-Kriminalität bedeutet nicht nur den Diebstahl von On-Chain-Vermögenswerten, sondern ist auch ein Kanal, um traditionelles Schwarzgeld auf die Blockchain zu bringen.

Mit dem Wachstum der Stablecoins und ihrer tiefen Integration in das traditionelle Finanzsystem befürchten Experten, dass die Geldwäscherisiken zunehmen werden. Helen Ray weist darauf hin, dass Stablecoins „illegale Gelder transferieren und die Steuerbasis der Länder ernsthaft untergraben könnten“. David Frum geht noch weiter: „Zu glauben, dass die Erleichterung krimineller Aktivitäten die Nachfrage nach Staatsanleihen steigern kann, ist völlig verfehlt.“

Hierfür haben wir bislang keine überzeugenden Gegenargumente gefunden.

Pragmatische Perspektive: Alltägliches Zahlungsmittel

Als der britische Lord Curwen Ranjie die Regierung nach ihrer Haltung zu Stablecoins fragte, könnte diese Parlamentsdebatte einen neuen Rekord an Langeweile aufgestellt haben.

Lord Livermore, der den König vertrat, prognostizierte, dass Stablecoins „die Kosten für internationale Zahlungen senken und die Effizienz steigern“ werden.

Im Vergleich zu den dramatischen Vorhersagen von Finanzapokalypsen oder revolutionären Heilsbringern ist diese Ansicht so unspektakulär, dass sie kaum erwähnenswert ist. Doch gerade diese Nüchternheit kommt der zukünftigen Realität am nächsten.

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Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.

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