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200 Tage des Bitcoin-Präsidenten: Ist eine zweite Amtszeit von Trump ein Grund zum Feiern oder zur Sorge?

200 Tage des Bitcoin-Präsidenten: Ist eine zweite Amtszeit von Trump ein Grund zum Feiern oder zur Sorge?

ForesightNews 速递ForesightNews 速递2025/08/27 18:44
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Von:ForesightNews 速递

Du kannst in dieser „Krypto-Hauptstadt der Welt“ Dienstleistungen anbieten, aber möglicherweise kannst du diese Welt nur aus dem Gefängnis sehen.

Sie können in dieser „Krypto-Hauptstadt der Welt“ Dienstleistungen anbieten, aber möglicherweise sehen Sie diese Welt nur aus dem Gefängnis heraus.


Autor: L0La L33Tz

Übersetzung: AididiaoJP, Foresight News


Trump ist bei weitem kein „pro-Bitcoin“-Präsident. Obwohl die US-Börsenaufsicht SEC einige der radikalsten Fälle aufgegeben hat, bestehen in den USA weiterhin rechtliche Risiken beim Aufbau von Non-Custodial- und Privacy-Enhancing-Technologien. Sie können vielleicht in dieser „Krypto-Hauptstadt der Welt“ Dienstleistungen anbieten, aber möglicherweise sehen Sie diese Welt nur aus dem Inneren einer Gefängniszelle.


Donald Trump trat am 20. Januar 2025 sein Amt als 47. Präsident der Vereinigten Staaten an. Nach etwas mehr als 200 Tagen seiner Amtszeit scheint es ein guter Zeitpunkt zu sein, einen Rückblick darauf zu werfen, inwieweit dieser „Bitcoin-Präsident“ den Weg für die USA als angebliche „Krypto-Hauptstadt der Welt“ geebnet hat und wohin wir in Zukunft steuern.


Zuallererst haben während Trumps zweiter Amtszeit viele bekannte Branchenakteure, die unter seiner Vorgängerregierung mit rechtlichen Problemen konfrontiert waren, günstige Ergebnisse erzielt.


Terra/Luna-Gründer Do Kwon erzielte eine Einigung mit dem Justizministerium und wurde nur in zwei von neun Anklagepunkten schuldig gesprochen, die sich auf Verluste von Investoren in Höhe von über 40 Milliarden US-Dollar innerhalb weniger Tage bezogen. Das Berufungsgericht des zweiten Bezirks hob die Verurteilung des ehemaligen OpenSea-Produktmanagers Nathan Chastain wegen Insiderhandels auf. Die SEC ließ die Klagen gegen die Kryptobörsen Gemini und Coinbase fallen, setzte das Verfahren gegen Binance aus und beendete angeblich die Untersuchungen gegen Consensys, Robinhood und Uniswap.


Unterdessen war Tron-Gründer Justin Sun zuvor nicht nur mit SEC-Anklagen wegen des Angebots nicht registrierter Wertpapiere konfrontiert, sondern soll auch Gegenstand einer Untersuchung des Justizministeriums (DOJ) gewesen sein – und speist nun mit dem Präsidenten zu Abend.


Auch im regulatorischen Bereich gibt es Verbesserungen: Von Ripple bis Wyoming kündigen alle (und ihre jeweiligen Partner) Pläne zur Ausgabe von Stablecoins an, was dem bisher einzigen Gesetz zu verdanken ist, das tatsächlich verabschiedet wurde: dem GENIUS Act. Obwohl wir immer noch nicht wissen, wie viele Bitcoin die US-Regierung hält – offenbar reichen über 200 Tage nicht für eine vollständige Prüfung aus –, wird weiterhin der Aufbau strategischer Bitcoin-Reserven gefeiert. Allerdings scheint die Regierung keine Pläne zu haben, Bitcoin tatsächlich zu kaufen, sondern setzt eher auf die Beschlagnahmung von Bitcoin aus bestimmten Quellen.


Jeder ist ein Geldübermittler


Am bemerkenswertesten ist, dass jeder der oben genannten Branchenakteure stark auf die Entwicklung von Open-Source-Technologien angewiesen ist. Ohne Open Source wären Transaktionen auf den genannten Plattformen nicht möglich, geschweige denn deren Aufbau. Für Entwickler von Open-Source-Technologien sehen die Pläne des Präsidenten jedoch alles andere als optimistisch aus – vielmehr sind sie ziemlich düster.


Im Juli bekannten sich die Samourai Wallet-Entwickler Keonne Rodriguez und William Hill schuldig, eine nicht lizenzierte Geldübermittlung betrieben zu haben, und sehen sich einer maximalen Bundeshaftstrafe von fünf Jahren gegenüber. Eine Woche später wurde Tornado Cash-Entwickler Roman Storm von einer Jury im Southern District of New York wegen desselben Vergehens verurteilt.


Beide Anklagen erfolgten nach einem im April veröffentlichten Memo des stellvertretenden Justizministers Todd Blanche, das weithin gelobt wurde, weil es angeblich den Versuch des Justizministeriums beendete, durch Anklagen neue Gesetze zu schaffen, und ausdrücklich forderte, Softwareentwickler nicht mehr für das Verhalten von Nutzern anzuklagen. Trotz des Lobes ließ das Memo jedoch so viel Spielraum für weitere Anklagen, dass seine Verlässlichkeit fast der Trump-Regierung und ihrem Versprechen, die Epstein-Liste zu veröffentlichen, gleicht.


Seitdem ist die regulatorische Klarheit für Entwickler auf einem historischen Tiefpunkt. Nach den Urteilen in den Fällen Samourai Wallet und Tornado Cash könnten Non-Custodial-Softwareentwickler zwar nicht mehr wegen fehlender Geldübermittlungslizenz angeklagt werden, aber sie könnten wegen der Übertragung illegaler Erlöse belangt werden. Sind Non-Custodial-Softwareentwickler also in den USA Geldübermittler, die mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen? Ihre Vermutung ist so gut wie meine.


Das Urteil gegen Roman Storm hat einen sogenannten „überzeugenden Präzedenzfall“ geschaffen, was bedeutet, dass jeder, der Non-Custodial-Tools entwickelt, nach Ermessen des Justizministeriums einer Bundesstraftat angeklagt werden kann.


Den Patriot Act auf digitale Vermögenswerte anwenden


Auch im Bereich der Gesetzgebung zu digitalen Vermögenswerten waren die letzten Monate turbulent. Obwohl der GENIUS Act mit Spannung erwartet wurde – vor allem von Anzugträgern (Brancheninsidern) und denen, die sie bezahlen (Stakeholder) –, öffnet er auch die Tür zur Anwendung des Bank Secrecy Act, eines Gesetzes, das Anti-Geldwäsche- und Know-Your-Customer(KYC)-Vorschriften vorschreibt.


Während der GENIUS Act bestimmte Regeln für Stablecoin-Emittenten offiziell als Finanzinstitutsregulierung kodifiziert, hat das Finanzministerium inzwischen eine öffentliche Konsultation zur Anwendung digitaler Identitäten in sogenannten DeFi-Diensten eingeleitet. Dies steht im Zusammenhang mit dem GENIUS Act und würde Non-Custodial-Service-Provider verpflichten, die Identitätsnachweise der Nutzer vor der Ausführung von Transaktionen zu überprüfen.


Insgesamt ist die Idee des Finanzministeriums, dass sein Handeln mit einer der frühesten Executive Orders von Trump zur „Stärkung der US-Führungsrolle im Bereich digitaler Finanztechnologien“ übereinstimmt. Diese Order zielt darauf ab, das „verantwortungsvolle Wachstum und die Nutzung von digitalen Vermögenswerten, Blockchain-Technologie und verwandten Technologien“ zu fördern – das Schlüsselwort ist „verantwortungsvoll“.


Der erste digitale Vermögenswerte-Bericht des Weißen Hauses im letzten Monat hat schließlich offenbart, was dieses „verantwortungsvolle“ Wachstum bedeutet: Der Kongress soll eine neue Unterkategorie für digitale Vermögenswerte im Bank Secrecy Act schaffen und das Financial Crimes Enforcement Network auffordern, die nächsten Schritte der unter Biden eingeführten Mixer-Regeln zu prüfen. Diese Vorschriften würden praktisch jede Möglichkeit auf Transaktions-Privatsphäre – einschließlich der Nutzung neuer, nicht KYC-pflichtiger Adressen – zunichtemachen.


Falls Ihnen das verfassungswidrig erscheint – denn in diesem Land ist Code gleich Gesetz –, muss ich Ihnen leider mitteilen: An dem Ort, an den wir gehen, werden wir keine Verfassung brauchen. Die meisten Vorschläge des Präsidenten unterliegen dem Patriot Act, und das Weiße Haus hat den Kongress ausdrücklich gebeten, diesen auf digitale Vermögenswerte auszuweiten. Der Patriot Act setzt sich jedes Mal gegen die Verfassung durch.


Kurz gesagt: Die Amtszeit des Bitcoin-Präsidenten mag auf dem Papier großartig klingen, aber in der Realität war das Umfeld für Softwareentwicklung in den USA noch nie so feindselig. Wenn die Trump-Regierung ihre Versprechen gegenüber Bitcoin-Nutzern wirklich einlösen will, muss sie ihren Kurs drastisch ändern.


Bis dahin gilt: Wenn die Regierung uns einlädt, „nach Hause“ zu kommen und unsere Dienstleistungen in der Krypto-Hauptstadt der Welt zu entwickeln, sollten wir vorsichtig sein – denn vielleicht sehen wir sie nur aus dem Inneren einer Gefängniszelle.

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